Viele Pianisten lesen die Noten auf dem Liniensystem ganz gut und fühlen sich trotzdem langsam und unsicher. Sehr oft liegt das nicht an den Noten selbst, sondern an den Kreuzen und Bs. Dieser Leitfaden erklärt, wie man Kreuze und Bs in Klaviernoten liest, woher sie kommen und wie man jedes Mal die richtige schwarze Taste findet.
Was Kreuz, B und Auflösungszeichen bedeuten
- Ein Kreuz (♯) erhöht eine Note um einen Halbton: Spielen Sie die Taste direkt rechts daneben.
- Ein B (♭) erniedrigt eine Note um einen Halbton: Spielen Sie die Taste direkt links daneben.
- Ein Auflösungszeichen (♮) hebt ein Kreuz oder B auf: Spielen Sie die weiße Taste mit dem Namen der Note.
Auf dem Klavier ist ein Halbton die allernächste Taste, schwarz oder weiß. Fis ist also die schwarze Taste direkt rechts von F, und B ist die schwarze Taste direkt links von H. Dis und Es sind zwei Namen für dieselbe schwarze Taste.
Einfach gesagt: Ein Kreuz ist die nächste Taste nach oben, ein B die nächste Taste nach unten. Meist ist das eine schwarze Taste, aber nicht immer: Die nächste Taste über E ist F, also wird Eis auf F gespielt, und die nächste Taste unter C ist H, also wird Ces auf H gespielt.
Zwei Stellen zum Hinschauen: Vorzeichnung und Versetzungszeichen
Kreuze und Bs stehen an zwei Stellen. Die Vorzeichnung am Anfang jeder Zeile gilt für das ganze Stück und in jeder Oktave. Versetzungszeichen direkt vor einer Note gelten nur bis zum Ende des Takts. Um zu wissen, was man spielen soll, muss man mehreres gleichzeitig prüfen:
- Steht diese Note in der Vorzeichnung am Zeilenanfang?
- Gab es früher im Takt ein Versetzungszeichen auf dieser Note?
- Gibt es ein Auflösungszeichen, das es aufhebt?
- Wurde die Note aus dem vorigen Takt übergebunden und behält ihr Vorzeichen?
Warum Kreuze und Bs bremsen
Jede Prüfung dauert nur einen Moment, aber auf einer Seite stehen viele Noten, und mit zwei Händen muss man zwei Systeme gleichzeitig im Blick behalten. Diese kleinen Momente summieren sich, und aus ihnen kommen die meisten falschen Töne: ein vergessenes Kreuz in der Vorzeichnung oder ein Versetzungszeichen, das später im Takt noch galt.
Das Einzige, was man immer weiß
Eines weiß ein Pianist immer ganz sicher: ob eine Taste schwarz oder weiß ist. Man spürt es sogar unter den Fingern, ohne hinzusehen. Die normale Notenschrift versteckt diese Information in Zeichen vor der Note oder am Zeilenanfang. iCanPiano Style legt sie in die Note selbst: Es holt die Tastatur in die Noten.
Das macht das Lesen viel leichter, und der Unterschied ist echt. Es gibt nichts zu merken: keine Vorzeichnung im Kopf, kein Versetzungszeichen bis zum Taktende, kein Auflösungszeichen zu suchen. Sie sehen die Note und kennen die Taste.
- Fis: rechte Hälfte schwarz. Spielen Sie die schwarze Taste rechts von F.
- B: linke Hälfte schwarz. Spielen Sie die schwarze Taste links von H.
- H ohne Auflösungszeichen: Eine Note, die ganz schwarz oder ganz weiß ist, wird auf einer weißen Taste gespielt.
Dieselbe Musik: Nur die Noten auf schwarzen Tasten ändern sich
iCanPiano Style ändert sonst nichts. Alles bleibt, wie Sie es kennen: dieselbe Tonart, dieselben Noten an denselben Stellen, dieselben Rhythmen. Nur die Notenköpfe ändern sich. Die Vorzeichnung steht weiter am Anfang des Stücks, damit Sie die Tonart kennen, aber Sie brauchen sie nie, um eine Note herauszufinden, weil jede schwarze Taste schon markiert ist.
Kreuze und Bs auf weißen Tasten
Einige Kreuze und Bs landen auf weißen Tasten: Eis ist F, His ist C, Ces ist H und Fes ist E. Sie sind selten, verwirren aber viele Leser. iCanPiano Style bietet zwei Ausgaben: Die Komponisten-Ausgabe behält die originale Schreibweise, die Spieler-Ausgabe schreibt einfach die weiße Taste, die man spielt.
Schon gewusst? Auf der Geige können Dis und Es verschieden sein
Auf dem Klavier sind Dis und Es eine Taste. Auf der Geige oder im Chor muss das nicht so sein: Ein Streicher kann den Finger überall auf der Saite setzen, und je nach Harmonie und Stimmung werden die beiden Töne oft leicht verschieden gespielt. Das Klavier, gleichstufig gestimmt, hat nur zwölf Tasten pro Oktave, also treffen sich beide Namen auf einer Taste. Für einen Pianisten zählt nur die Frage, welche Taste er spielt, und genau diese Frage beantwortet iCanPiano Style in der Note.
Häufige Fragen
Sind Kreuze und Bs immer schwarze Tasten?
Fast immer. Ausnahmen sind Eis (F), His (C), Ces (H) und Fes (E), die auf weißen Tasten gespielt werden. In der Spieler-Ausgabe von iCanPiano Style werden diese Noten einfach als die weiße Taste geschrieben, die man spielt.
Wie lange gilt ein Kreuz oder B im Takt?
Ein Versetzungszeichen gilt bis zum Ende des Takts, für diese Note in dieser Oktave. Ein Kreuz oder B in der Vorzeichnung gilt für das ganze Stück, in jeder Oktave.
Ist Dis auf dem Klavier dasselbe wie Es?
Ja. Es ist dieselbe schwarze Taste mit zwei Namen. Welcher Name geschrieben wird, hängt von Tonart und Harmonie ab. In iCanPiano Style brauchen Sie den Namen gar nicht: Die Note zeigt die Taste.
Gibt es Noten ohne Kreuze und Bs?
Ja. In iCanPiano Style stehen keine Kreuze, Bs oder Auflösungszeichen vor den Noten: Jede Note auf einer schwarzen Taste zeigt es in der Note selbst, und die Musik bleibt genau dieselbe.